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Fahrwerk

Grenzos Golf II VR6 Bauanleitung

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Warum ist gerade beim VR6 ein gutes Fahrwerk besonders wichtig?

Ein Golf II VR6 ist nicht nur sehr schnell, sondern durch den Motor auch sehr kopflastig. Verantwortlich dafür ist nicht das etwas höhere Gewicht des VR6, sondern die Einbaulage! Der VR6 ist nicht so wesentlich schwerer, als z.B. ein G60 oder ein LLK-TD, er ist im Gegensatz zu allen anderen Motoren aber weit nach vorn geneigt! Während die anderen Motoren dicht an der Spritzwand sitzen und deshalb ihr Gewicht nahezu AUF der Achse liegt, ist es beim fast bis zum Schloßträger nach vorn geneigten VR6 deutlich VOR der Achse! Das führt neben dem ohnehin schon höheren Gewicht auf der Vorderachse, noch zusätzlich zum Entlasten der Hinterachse! Genau dieser Effekt führt dann zu dem so oft zitierem eigenartigem Fahrverhalten eines 2er VR6!
Um dem entgegen zu wirken, sollte man keinesfalls am Fahrwerk sparen, selbst ein Golf II Fahrwerk für schwerere Motoren (LLK-TD, G60) ist mit dem Motor schnell überfordert. Weil die vorderen Federn zu weich sind taucht in Kurven das äußere Vorderrad sehr stark ein, so daß das entlastete Heck schnell ausbricht - das Fahrzeug übersteuert. Die zu weichen Dämpfer bewirken besonders bei höheren Geschwindigkeiten (z.B. langgezogene Autobahnkurven) ein Auf- und Abwippen des Vorderwagens und ein unsicheres Fahrverhalten. Ein erster Schritt dem entgegen zu wirken, ist die Verwendung von Dämpfern und Ferdern des Golf III VR6 an der Vorderachse, besser sind jedoch noch härtere Federn vorn. Ein "normales" Golf II Gewindefahrwerk (z.B. KW, FK,...) hat meist 60kp Federn, ein Golf III VR6 Fahrwerk 70kp, neuere auch 80kp Federn. Es hat sich aber bewährt, Federn mit min. 90kp zu verwenden, ich selbst fahre z. Z. 110kp. Das hört sich im Vergleich sehr hart an, ist wegen der anderen Gewichtsverteilung aber noch alltagstauglich. Manche Hersteller verkaufen spezielle Golf II VR6 Fahrwerke, in denen vorn einfach Golf III VR6 Federn eingebaut und die Dämpfer vom Golf II beibehalten wurden, daß das alles andere als optimal ist, ändert auch eine mitgelieferte Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herstellers nicht. Um das Wippen an der Vorderachse zu unterdrücken, müssen die Dämpfer natürlich den härteren Federn angepaßt sein - also mindestens Golf III VR6 Dämpfer! Härteverstellbare Dämpfer bringen nur bedingt Vorteile, weil man im allgemeinen nur die Zugstufe verstellen kann, außerdem ist die Härteverstellung bei fast allen nur zum Ausgleichen von Verschleiß gedacht. Bei 110kp Federn sind aber noch härtere Dämpfer nötig, die man nur als Sonderanfertigung bekommt.
An der Hinterachse sollte man weiterhin Golf II Federn und Dämpfer verbauen, diese sind meist weicher als die des Golf III und wirken so der schlechten Gewichtsverteilung weiter entgegen.
Die beste Kombination besteht also aus 80-90kp Federn mit Golf III VR6 Dämpfern vorn und hinten aus Golf II Federn und Dämpfern des gleichen Herstellers (Koni, KW, FK...). Wer etwas mehr Geld investieren möchte kann sich (z.B. von K.A.W.) eine Sonderanfertigung zusammenstellen lassen. <

Was ist ein Plusfahrwerk?

Jeder Golf III, Passat und Corrado mit einer 5Loch-Bremsanlage hat das sog. Plusfahrwerk. Es ist entwickelt worden, um das Fahrverhalten der schwereren Modelle weiter zu verbessern und deren höhere Leistung besser kontrollieren zu können. Fast alle Teile der Vorderachse sind daher überarbeitet worden:
  1. Längere Querlenker mit schräg sitzenden Führungslagern
  2. längere Antriebswellen
  3. neuer Stabilisator mit geänderten Koppelstangen
  4. gerade Spurstangenköpfe
  5. andere Radlagergehäuse (bei denen das Radlager selbst und alle Gelenke weiter außen und dadurch dichter am Rad sitzen)
  6. neue Domlager
  7. kleinere Federteller oben
  8. längere Dämpfergehäuse

Diese Teile können auch komplett in den Golf II übernommen werden. Neben dem Vorteil, der besseren Straßenlage bringen sie aber auch den Nachteil einer deutlich breiteren Spur und die damit verbundenen Einschränkungen bei der Wahl der Rad-/Reifenkombination mit sich!

Welcher Stabilisator ist am besten geeignet?

  1. Wurde die breite Plus-Achse eingebaut, sollte man den originalen VR6-Stabi benutzen. Ob es mittlerweile härtere Zubehör-Stabis gibt (z.B. Eibach, H&R) ist mir nicht bekannt.
  2. Wurde die schmale Golf II Achse eingebaut, sollte man möglichst den G60-Stabi verwenden. Diesen erkennt man daran, daß das Mittelstück etwas dicker ist, als beim normalen 90PS- und GTI-Stabi, der durchgehend die gleiche Stärke hat. Die VW-Nummer des G60 Stabis ist: 191 411 309 C (81,08 Euro), zum Einbau werden außerdem noch andere Koppelstangen benötigt: 2x 191 411 315 (je 30,45 Euro), 4x Scheiben 861 411 331 (je 0,92 Euro), 2x Sechskantmuttern, selbstsichernd N 011 184 9 (je 0,31 Euro), 4x Lagerring 6N0 441 329 (je 1,22 Euro)
  3. Eine andere, aber nicht ganz billige Möglichkeit, ist der Anti-Roll-Kit von Eibach. Dieser Kit besteht aus 2 Stabis, einem durch den der vordere "normale" ersetzt wird und einen zusätzlichen für die Hinterachse, der an den unteren Stoßdämpfer-Schrauben und mit zwei Schellen am Achskörper befestigt wird. Für einen VR6-Umbau empfiehlt es sich, auf den hinteren zu verzichten. Weil das Gutachten aber nur für den kompletten Kit gilt und auch nur in Verbindung mit Eibach- oder Original-Federn, kann es Probleme bei der Eintragung geben!
  4. Außerdem soll es auch noch einen Vorderachs-Stabi von der Firma H&R geben, mit dem ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht habe.
  5. Weiterhin soll es angeblich (!) auch möglich sein, den Stabi vom 91er Passat VR6 (bzw. TDI) in den Golf II zu bauen. Ob das wirklich paßt, welche Gummillager und Koppelstangen dafür nötig wären und wie sich das Fahrverhalten damit ändern würde, weiß ich nicht! Falls das stimmt und jemand genauere Infos dazu hat, wäre ich über eine Rückmeldung dankbar!
  6. Wenn es der TÜV zuläßt, ist es auch von Vorteil eine Hinterachse OHNE Stabilisator einzubauen! Es wird zwar nicht gern gesehen, weil zur Scheibenbremsen-HA auch immer eine Achse mit Stabi gehört, beim 2er VR6 kann es aber trotzdem von Vorteil sein, darauf zu verzichten! Der ungünstigen Gewichtsverteilung wirkt man am besten entgegen, indem man die Vorderachse härter und/oder die Hinterachse weicher abstimmt - und genau das bewirkt das Weglassen des HA-Stabis!


Was muß man beachten, was läßt sich noch verbessern?

  1. Beim Einbau eines tiefern Fahrwerks muß grundsätzlich der Bremskraftregler der Hinterachse überprüft und eingestellt werden, dies sollte besser durch einen Fachmann erfolgen! Ein zu stark eingestellter Bremskraftregler verursacht ein Überbremsen der Hinterachse und führt deshalb zum äußerst gefährlichen Ausbrechen des Fahrzeugs! Im Zweifelsfall lieber etwas schwächer, auch wenn der Bremsweg dadurch um einige entscheidende Meter länger werden kann, bleibt das Fahrzeug wenigstens noch beherrschbar.
  2. Ein andere wichtiger Punkt sind Restfederweg und Federwegbegrenzer. Um bei sehr schnellen Autobahnfahrten über Brückenabsätze und Bodenwellen nicht die Kontrolle zu verlieren, sollte man lieber auf einige Millimeter Tieferlegung verzichten und weicher Begrenzer einbauen, anstatt um jeden Preis möglichst tief zu sein, für solche Fahrwerke ist ein VR6 einfach zu schnell!
  3. Weitere Verbesserungen kann man erreichen, indem man die Domlager vom Golf G60 einbaut, die auch beim Passat benutzt werden (2x 357 412 329 Federbeinlagerung, je 48,20 �). Diese sind äußerlich von den normalen Golf II Lagern nicht zu unterscheiden, haben aber eine härtere Gummi-Lagerung. Die normalen Golf II Domlager sind nämlich zu weich und halten die höhere Belastung durch das Gewicht nicht lange aus. Besser und auch billiger sind die Domlager des VR6, die zur Plus-Achse gehören, sie passen mit der richtigen Mutter auch an die schmale Achse. Während sich bei normalen Fahrwerksfedern bei Verwendung der erwähnten Federteller nichts ändert, haben diese Domlager bei einem Gewindefahrwerk den Nachteil, daß sie etwa 1cm höher sind!
    • 2x 357 412 331 A Federbeinlagerung (je 14,85 Euro)
    • 2x 1JO 412 249   Axialrillenkugellager (je 5,51 Euro)
    • 2x 1H0 412 365 A Sechskantmutter (je 1,28 Euro)
    • 2x 1H0 412 341   Federteller (je 11,77 Euro, für Gewindefahrwerke nicht nötig!)
  4. Die oberen Deckel auf den Domhäusern sollte man auch wieder von Plus-Fahrwerk verwenden, deren Rand ist aus Gummi und nicht wie beim Golf II üblich aus Kunststoff. Während der Kunststoffrand immer mindestens einmal gerissen ist, bleibt der Gummirand ganz und unterdrückt polternde Geräusche beim Befahren von schlechten Straßen.
    • 2x 357 412 319 B Anschlag (je 4,70 Euro)
    • 2x 1HO 412 359   Kappe (je 0,94 Euro)
    (Kann man natürlich auch bei jedem anderen Golf einbauen!)


Fotos

Gewinde
Koni-
Gewindefahrwerk
G60/Plusfahrwerk
Domlager
G60/Plusfahrwerk