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Schaltung, Kupplung

Grenzos Golf II VR6 Bauanleitung

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Wie baut man die Seilzugschaltung ein?

Die Seilzüge aller Schaltungen sind gleich, deshalb kann man jede beliebige Schaltung an jedes Seilzug-Getriebe schrauben. Diese Anleitung ist daher auch auf andere Umbauten übertragbar (z.B. G60, TDI...). Wer einen Golf G60 umbaut, kann sich diese Arbeit sparen und die vorhandene Schaltung weiter benutzen.
Auch der Schalthebel ist bis auf den des Corrados immer der gleiche, dieser ist 2,5cm kürzer als der des Golf II G60, Golf III oder Passat, hat aber keine kürzeren Schaltwege! Achtung: Weil sich aber auch fast die gesamte Mechanik in der Schaltbox unterscheidet (was man oft auf den ersten Blick nicht sieht), kann man Einzelteile der Corrado-Schaltung nicht mit anderen kombinieren! Will man also auf den kürzeren Hebel umrüsten, muß man auch alle anderen Teile in der Schaltbox wechseln, die Schaltbox selbst ist gleich.
Die Seilzug-Schaltbox ist im Vergleich zu der "normalen" höher, länger und schmaler, bei einigen Golf ab Mod 90 (ab 8/89) sind bereits Bohrungen für beide Schaltungen vorhanden und man kann sie einfach unter den Mitteltunnel schrauben. Bei älteren Fahrzeugen muß man selbst bohren, um die Schaltung dann mit Blechschrauben zu befestigen. Dabei ist darauf zu achten, daß die beiden Bolzen, von denen später die Mittelkonsole gehalten wird, wieder am gleichen Platz sind. Zusätzlich kann man noch am äußeren Rand der Schaltbox Aussparungen anbringen (feilen), um mit den alten Schrauben für weiteren Halt zu sorgen. Da die Schaltung (wie schon erwähnt) höher ist, muß das Wärmeschutzblech im Bereich der neuen Schaltbox etwas gebogen werden. Weil man aber außer beim G60 oder einem Syncro-Golf nur den flachen Mitteltunnel hat, sollte man nur einen möglichst geringen Abstand herstellen, um keinen wertvollen Platz zu verschwenden, den man später noch für den riesigen Katalysator braucht.
Einstellen läßt sich die Schaltung an zwei Punkten, was aber nur selten nötig ist:
  1. an einem Seilzug am Getriebe (unter einem Tilgergewicht), dort kann man verändern, wie weit vorn oder hinten der Hebel steht
  2. an einer Schraube vor dem Schalthebel, dort kann man die Leerlaufstellung seitlich einstellen, so daß sie genau zwischen dem 3. und 4. Gang liegt
Will man später die Mittelkonsole einbauen, muß man die Schaltung von oben lösen (zwei Schrauben SW13) und nach unten in die Schaltbox drücken. Bei älteren Konsolen kann es auch vorkommen, daß man sie noch etwas anpassen muß.
Einige Seat Modelle mit 16V oder TDI Motoren besitzen ebenfalss Seilzugboxen, die sich für diesen Umbau eignen, auch wenn sich sich in einigen Kleinigkeiten von den VW-Teilen Unterscheiden!

Wie baut man eine hydraulische Kupplungsbetätigung ein?

Für die hydraulische Kupplung benötigt man die komplette Pedalerie des Golf G60, des Corrados oder des Passats mit hydraulischer Kupplung, Golf III Pedalsätze können leider nicht verwendet werden. Bei Golf II Modellen vor 1990 fehlt oberhalb des Kupplungspedals ein Haltepunkt für die Pedalerie, der für eine bessere Stabilität sorgt. Man sollte als Ersatz für den fehlenden Bolzen eine Schraube durch die Spritzwand stecken und den Pedalsatz innen mit einer Mutter befestigen. Dabei eine Scheibe zwischen Spritzwand und Pedalerie legen, um den richtigen Abstand zu erhalten, außerdem ist darauf zu achten, daß die Bohrung wasserdicht versiegelt wird.

Im Bereich des Kupplungsgeberzylinders müssen zwei weitere Löcher gebohrt werden:
Eines, durch das die Betätigungsstange des Zylinders geführt wird, wobei der Durchmesser nur etwas größer als das Gehäusestück des Zylinders sein sollte, das nach innen ragt. Die Dichtung (357 721 410, 1,33 Euro) wird nur von außen flach um das Loch herum aufgedrückt. Das zweite für die zusätzliche Befestigungsschraube des Bremskraftverstärker- und Kupplungsgeberzylinder-Halters.

Hat man ein Golf II/Corrado ABS, benötigt man den Halter für ABS mit hydraulischer Kupplung vom Golf II G60, Corrado oder Passat (VW Nr. 357 614 123 A, 30,74 Euro). Um den Geberzylinder mit Bremsflüssigkeit zu versorgen, hat der Bremsflüssigkeitsbehälter hinten einen zusätzlichen Abgang, dazu bitte nur den Verbindungsschlauch VW Nr. 857 721 453 für 8 Euro verwenden, weil ein normaler Gewebeschlauch von der Bremsflüssigkeit angegriffen wird!
Wenn man kein ABS oder ein ABS der neueren Generation mit einem Unterdruckverstärker hat, benötigt man den Halter für den Bremskraftverstärker mit hydraulischer Kupplung (VW Nr. 357 612 209 A, 22,21 Euro). Ohne ABS ist außerdem der Bremsflüssigkeitsbehälter mit Deckel vom Golf III (VW Nr. 1H1 611 301 A, 19,89 Euro) nötig, weil der Golf II Behälter den Ausgang für die hydr. Kupplung nicht hat! Die Bohrung des alten Kupplungszuges wird mit dem Stopfen Nr. 191 721 880 (0,55 Euro) verschlossen.
Vom Geberzylinder führt eine starre Leitung nach unten, die normalerweise am Rahmenträger von einem angeschweißten Halteblech mit Gummilager gestützt wird, notfalls geht es aber auch ohne das Halteblech. Ein kurzes Stück Schlauch verbindet diese Leitung mit dem Nehmerzylinder am Getriebe, der über einen Druckstift und einen Hebel die Kupplung betätigt. Der Hebel ist nicht besonders stabil und sollte falls möglich durch die neuere Version 02J 141 719 (11,60 Euro) ersetzt werden! Das gilt auch für die mechanische Kupplungsbetätigung!
Sowohl am Geber- als auch am Nehmerzylinder befinden sich Entlüftungsnippel. Entlüften läßt sich die Kupplung am besten mit einem Unter- oder Überdruck-Entlüftungsgerät. Dabei muß der Bremsflüssigkeitsstand aber mindestens 1cm ÜBER der "Max." Markierung sein, weil der zusätzliche Anschluß höher sitzt. Bei entlüfteter Kupplung reicht später die Menge Bremsflüssigkeit aus, die sich noch im Schlauch befindet.
Man kann die Kupplung aber auch, wie im "So wird's gemacht"-Buch Band Nr.79 beschrieben, folgendermaßen entlüften: Man verbindet den Entlüftungsnippel des linken vorderen Bremszylinders mit dem Nippel des Nehmerzylinders der Kupplung am Getriebe mit einem geeigneten Stück Schlauch. Wenn man dann beide Nippel öffnet, kann man mit dem Bremspedal die Flüssigkeit durch die (nicht betätigte!) Kupplung pumpen, bis oben am Anschluß des Bremsflüssigkeitsbehälters keine Luftblasen mehr ankommen.

Wegen des anders geformten Pedals der hydraulischen Kupplung wird bei Verwendung des Golf II Armaturenbrettes das Ablagefach vom G60 benötigt (VW Nr. 191 857 921 D LN8, 43,09 Euro).
(Diese Anleitung gilt auch wieder für andere Umbauten z.B. G60, TDI, beim Golf G60 ist die hydraulische Kupplung bereits serienmäßig vorhanden.)

Wie baut man eine mechanische Kupplungsbetätigung ein?

Wenn man keine hydraulische Kupplung einbauen will, gibt es eine einfachere und billigere Alternative:
Die mechanische Kupplungsbetätigung der ersten Passatmodelle mit Seilzug-Schaltung.
Natürlich paßt sie auch wieder an alle anderen Seilzug-Getriebe. Statt des hydraulischen Nehmerzylinders am Getriebe benutzt man den Lagerbock Nr. 02A 141 708 B (38,80 Euro) mit der passenden Schutzhülle Nr. 02A 141 728 (5,28 Euro). An dem Lagerbock und der Getriebestütze Nr. 357 199 356 (17,11 Euro) wird der Kupplungszug Nr. 357 721 335 E (50,75Euro) eingehängt und mit dem originalen Golf II Kupplungspedal verbunden. Diese Getriebestütze ist übrigens das einzige noch lieferbare Ersatzteil und muß auch beim Austausch der Stütze bei hydraulischer Kupplung verwendet werden.
(Weil es immer wieder falsch verstanden wird, weise ich noch einmal ausdrücklich darauf hin, daß es sich hier um eine Einbauanleitung für den Golf II handelt, beim Golf III gibt es keinen passenden Kupplungszug!!)
Wenn man eine ABS-Einheit verbauen will, die mit einem hydraulischen Kupplungsgeberzylinder verbunden war, muß man dazu den Halter für ABS ohne hydraulische Kupplung Nr. 191 614 123 (18,10 Euro) benutzen und den zusätzlichen Ausgang des Bremsflüssigkeitsbehälters sicher verschließen oder besser den Behälter durch einen neuen (bei dem der Anschluß noch verschlossen ist) ersetzen, Nr. 191 698 301 A (76,21 Euro). Dabei unbedingt die beiligende Anleitung zum Wechsel des Behälters genau befolgen!!
Alle hydraulischen und viele mechanische Kupplungspedale ab Mod. 90 haben eine Übertotpunkt-Feder über dem Pedal, die das Durchtreten des Pedals erleichtert. Man kann (muß aber nicht) sie leicht mit den folgenden Teilen nachrüsten:
  • Kupplungsfußhebel Nr. 191 721 315 F (24,19 Euro)
  • Führung Nr. 191 721 421 (1,33 Euro)
  • Druckfeder Nr. 191 721 427 (0,55 Euro)
  • Führung Nr. 191 721 422 1,14 Euro)
  • Welle Nr. 191 721 429 (3,83 Euro)
  • Buchse Nr. 191 721 430 (0,39 Euro)
  • Scheibe Nr. 211 837 659 (0,19 Euro)
  • Sicherungs-Scheibe Nr. N 904 703 01 (0,14 Euro)
Mit diesen Teilen kann man die Übertotpunkt-Feder in jeden Golf II mit mechanischer Kupplungsbetätigung (falls noch nicht vorhanden) nachrüsten, dies gilt für alle Motoren (auch z.B. 1,3l, 1,6l, 1,8l)!

Welcher Gaszug wird benötigt?

Hier kann man jeden Gaszug benutzen, der an das Pedal vom Golf II paßt und lang genug für den VR6 Motor ist. Das sind alle langen Golf II Züge von den 1,3 und 1,6l Vergasermotoren, sowie vom 90PS RP Motor! Die Züge vom GTI, GTI 16V und G60 sind zu kurz! Natürlich paßt auch der Gaszug vom Corrado VR6 (535 721 555 A, 27,14 Euro) und der vom Passat VR6 perfekt, nur der vom Golf III VR6 paßt wegen des geänderten Pedals leider nicht!
Es soll allerdings auch Leute geben, die den Haken (der am Pedal eingehängt wird) von einem Golf II Gaszug absägen und ihn an den Golf III VR6 Gaszug anschweißen - zumindest kann man das auch in einigen anderen Einbauaunleitungen so nachlesen! Wer meine Anleitung kennt und weiß, wie ich solche Umbauten durchführe, kann sich sicher denken, was ich von solchen Bastelleien halte - So schwer sollte es doch nicht sein, einen der oben genannten Züge aufzutreiben, oder?