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Handgerissen

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1

Sonntag, 4. August 2019, 20:52

Handgerissen - Golf II 1.3 NZ zu 2L16V ABF Umbau (WIP)

Moin Mahlzeit Freunde der verrückten Unterhaltung!


Ich heiße Matthias, komme aus dem Raum Dortmund und möchte euch in den kommenden Tagen und Wochen meinen Golf 2 Umbau und die daraus gewonnenen Erkenntnisse mit euch teilen.
Dies ist Teil 1/? - Wie alles Begann.
Angefangen hat alles 2017, als ich mir damals den Traum vom (günstigen) Golf II erfüllt habe und vom Bekannten einer Freundin einen 1990er Golf CL mit 1,3L Maschine abgekauft habe, der in seinem Besitz ganze zwei Jahre nur auf einem Hof unter einer Plane stand.
Der Wagen sollte knapp 130.000km gelaufen haben, dass das nicht sein konnte merkte ich erst wesentlich später, aber der Reihe nach.

Ausgangszustand war also eine astreine Standuhr, luftgeröstet und absolut ungeliebt und vernachlässigt. Der Helle, hässliche Dachhimmel löste sich hinten und hing soweit runter, dass er den Blick nach hinten beeinträchtigte und vor allem aber scheiße aussah. Desweiteren waren die guten 13Zoll Reifen des todes alt (locker 10 Jahre), der Abgaskrümmer war stark undicht und das Auto lag dank einem spitzen-FK Fahrwerk satte 80 mm tiefer an der Erde. Angeblich würde der Motor manchmal nicht richtig starten sagte der Vorbesitzer noch, einfach nachtanken schaffte da Abhilfe. Ein Radio war nicht vorhanden dafür gab es die (seltene) VW-Radioblende für den DIN-Schacht mit dabei. Der Lack war in schlechtem Zustand: Auf dem Dach überall helle Flecken z.b. durch eingetrocknete Vogelkacke und die daraus resultierende Zerstörung des Lackes, sehr viele Kratzspuren, polierspuren und etliche Dellen im Lack.
Karosserietechnisch durfte natürlich der Rostansatz am Tankstutzen, das Loch am Domlager HR, Rost an den Radläufen hinten und am Heckblech unten nicht fehlen! Ebenfalls hatte das Auto wahrscheinlich mal einen Unfall, die Motorhaube hatte vorne rechts Rost und saß auch nicht so ganz prächtig. Die Original vorhandenen Plastikblenden über den Radläufen fehlten, alles andere Plastik war ausgeblichhen. Ein Schweinehaken war verbaut genau wie eine durch auffahren verursachte dicke Delle in der Heckstoßstange.

So ging dann das gute Stück erstmal mit ach und krach auf dem Hänger zu mir. Als ich dann endlich an der Halle eines Freundes angekommen war und das Auto auf einer Bühne inspizieren konnte, war ich als KFZ-Azubi erstmal von den Baustellen am Auto erschlagen. Es dauerte eine ganze weile bis ich alle Mängel behoben hatte, was auch bedeutete mir ein schickes TA-Technix Gewindefahrwerk zu gönnen mit dem ich erst einmal Fahren konnte. Das ganze ist fast auf den Tag genau 2 Jahre her.

Leider währte die Freude am Fahrzeug nicht allzulang, beziehungsweise wurde sie nach ca einem Jahr arg getrübt. Der Motor machte schon immer angeblich normale Geräusche (zum Beispiel das schrallern aus der Lichtmaschine), auch sonst klang er ab und an sehr als ob er sich besonders quälte. Die Kühlflüsssigkeit bestand großenteils aus Braunem schlamm, so kam es mir vor. Das Wasserrohr hinten war eigentlich schon von Anfang an durch und verlor immer Tropfenweise Wasser, dann fing die Zylinderkopfdichtung an undicht zu werden und so kam ich irgendwann zu dem Entschluss:

Ich möchte nichts am Auto reparieren, ohne es nicht gleich zu Verbessern. noble Ansprüche für einen kfz-Azubi im 2./3. Lehrjahr, dessen Großteil an Kohle für eine Wohnung und zum Leben drauf ging. So begab es sich aber, dass ich einige Reparaturen weiter und weiter aufschob während ich mir überlegte was genau ich eigentlich mit meinem Auto machen will.

Was dann geschah werdet ihr nicht glauben, erfahrt es aber im nächsten Post!
Ich hoffe euch gefiel die kurze Einleitung, freue mich über Kommentare und Fragen!
Bilder werden auch folgen, momentan fehlt mir aber die Zeit.

Danke für eure Aufmerksamkeit!
Matthias

käfer Uwe

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2

Montag, 5. August 2019, 11:54

Toller Erfahrungsbericht

Moin,
interessant, wie alles so begann.
Bin auch mal so angefangen. Freue mich schon auf den 2. Bericht.

Gruß Käfer Uwe

Handgerissen

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3

Montag, 12. August 2019, 18:39

NZ auf ABF Umbau Teil 2/? - Das Unheil nimmt seinen Lauf oder wie ich (fast nicht) zum Spender gelangte.

So werte Freunde des guten Geschmacks,

weiter geht es in der haarsträubenden Geschichte, wie ich denn zum ABF oder überhaupt auf die Idee kam.

An sich war mein kleiner NZ mit dem praktischen 5-Gang Getriebe echt flott und zuverlässlich unterwegs. Eines Tages, nicht lange nach dem der Wagen die HU/AU gesehen hatte rostete der Auspuff hinter dem Mittelschalldämpfer durch, was für affengeilen Sound und richtig dämliche Blicke - alles zu meiner Freude- führte. Nachdem der Auspuff erstmal notdürftig mit Kabelbinder irgendwie an der Hinterachse festgebunden war habe ich ihn nach einiger Zeit doch tatsächlich für knapp 80€ Teilekosten instandgesetzt. Keine Ahnung was in dem Dämpfer von Ebay drin war, lange war der auch nicht leise, naja..

Nun begann aber der Motor an der Zylinderkopfdichtung mehr und mehr nach aussen hin undicht zu werden, was so ein echter Kfzetti (natürlich nur beim eigenen Fahrzeug) so lange wie möglich ignoriert. Auch die Geräusche wurden immer lauter sprich das Getriebe hörte man immer mehr säuseln, genauso wie den Motor, der vor allem beim Starten immer klang als würde er sich mühen aus dem Bereich des Riementriebes und auch der Generator jodelte weiter vor sich hin. Was mir gerade beim schreiben einfällt: Ich habe in den ersten Monaten des fahrens bestimmt 3! mal meinen Keilriemen für den Generator verloren, da von anfang an ein (allerdings nur minimal) falscher und viel zu lockerer Riemen drauf war, der sich immer druchdrehte beim Regen oder eben durch die Riemenscheibe zerfetzt wurde. Beim dritten mal habe ich dann mal stumpf den genommen den der Freundliche aus der freien Teilebude (als Azubi muss man ja sparen) nicht empfohlen hatte und voila Problem gelöst. Dann kam noch hinzu, dass meine Kraftstoffpumpe bei Regen gerne pflegte den dienst zu Versagen, ich bin deswegen zwei mal nachts liegen geblieben und konnte erst nicht weiter fahren und wenn, dann nur unter heftigen Rucken und aufbäumen des Autos.

Diese und andere Ereignisse lassen einen nicht gerade zuversichtlich auf sein Motörchen und dessen Langlebigkeit schauen, und insgeheim wünscht man sich ja schon mehr Leistung und es hätte auch immer noch etwas sportlicher sein dürfen.
Also kam der Entschluss: Wenn ich jetzt etwas "repariere" will ich es verbessern. Meine Einstellung war da also dass Geld in den alten Motor investieren nicht lohnt, da ich so oft schon damit auf die Nase gefallen bin.
Da schlug auch schon ein Kollege vor: "Hol´dir doch einen ABF, is mehr Power als der 8V GTI und mit dem 5-Gang CDA Getriebe haste richtig knackige Übersetzung und gibt kaum was schnelleres im Golf 2 (als Sauger wohlgemerkt)!"
Ich natürlich: Jau geil, 150 PS statt 55, das Ding wird fliegen! Also ab auf die Suche nach Autos die als Spender in Frage kommen gemacht.Ich wollte mir keinen Motor auf Palette holen da ich da viel zu wenig ahnung von hatte was man noch alles braucht und auch nicht jedes Teil jagen wollte, vor allem aber da man ja nie weiß was man da vor sich hat.
Die Suche zog sich, und auch das Geld war nach wie vor knapp. Also kam es so, dass ich erst im April 2018 nach meiner Gesellenprüfung genug Kohle zusammen hatte, um mich dann für einen Seat Ibiza Cupra zu entscheiden, da diese günstiger, einfacher zu haben waren und auch mehr Teile zum übernehmen vorhanden waren (Ich wollte die 4-Loch Achse z.b. beibehalten und ohne Servolenkung fahren).

Was dann passierte werdet ihr glauben.
So fand ich dann einen Seat Ibiza Cupra von 97 in Uedem auf Ebay Kleinanzeigen, Besichtigungstermin ausgemacht, soweit so gut. Also ab wie hin da, damals noch aus Münster, bei einem richtig heißen Sommertag des Jahres 2018, über 100km mit viel Autobahn und Ecke Moers mäßig viel stockendem Verkehr.
Ich war guter dinge, bin zügig gefahren wo es ging (da kommt immer der Rennfahrer in mir durch) und die (so kannte ich es ja schon) wie ein Metronom schwankende Temperaturanzeige immer im Blick. An dem Tag wurde es dem Golf aber dann doch sehr heiß als der Fahrtwind mal weg blieb und ich in stockenden Verkehr geriet. Ich mit halb Panik halb gewohnheit weiter gefahren. Auf Höhe Gelsenkirchen war es dann soweit: Öldruckkontrolleuchte an und ein schrillen des Warnsummers, auf einmal wollte der Motor auch nicht mehr. Schnell auf den Standstreifen kurz vor der Ausfahrt gerollt, versucht den Motor wieder zu starten, doch es machte nur "klack! klack". Verdammt dachte ich mir, so muss es jetzt Enden kurz bevor ich den neuen Motor habe. Was für ein Zeichen ist das, dass mein alter Motor mir das Zeichen gibt dass es höchste Eisenbahn wird oder ich den alten wieder Aufbauen sollte? Naja Egal, erstmal die Warnweste an, Warnblinker an (die Gelegenheit nutzt die Schalterabdeckung um kaputt zu gehen) und raus, Haube auf und da qualmte mich auch schon der Ausgleichsbehälter an, aus dem es anscheinend zu allen eigentlich nicht vorhandenen Öffnungen heraus dampfte. Also ADAC gerufen, mein Glück war dass irgendwie niemand den Anruf angenommen hat? Aso habe ich meine letzte 1,5L Mineralwasserflasche zum Auffüllen genutzt, gewartet und tatsächlich saß der Motor plötzlich nicht mehr fest und ich konnte weiter! Da ich so nah am Ziel war beschloß ich auch dann dort hin zu fahren aber natürlich nicht ohne die ganze Zeit panisch die Kühlmittelanzeige im Auge zu haben. Ab dann wird es wieder unspektakulärer. Ein ein wenig verbastelter Seat der so nicht mehr durch den Tüv kam (Dämpfer undicht, Distanzscheiben des Todes, Rost) schien gutes Objekt zum schlachten zu sein und so wurde er gekauft. Ich konnte zwar nicht probefahren aber mich wenigstens davon überzeugen dass der Motor einwandfrei lief. Auch das war nicht der beste Motor wie sich später herausstellen sollte aber da machste nix.

Das war der nächste höchst Abenteuerliche und komplizierte Teil meiner Umbau-Odysee. Ich hoffe ihr konntet mir folgen und es gefiel euch wieder!

Gruß
Matthias

käfer Uwe

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4

Freitag, 18. Oktober 2019, 13:39

Toller Bericht

Habe den letzten Bericht einige male gelesen. Nun der nächste.
Man da hast du einiges mitgemacht und erlebt. Mir ging
es am Anfang auch nicht viel
anders. Weiterhin viel Glück und " Spaß"
Käfer Uwe