ABF: Kein Standgas im kalten Zustand

  • Nach dem ich den ABF jetzt endlich zum laufen gebracht habe, hat der Motor jetzt noch ein Problem mit dem Standgas.


    Wenn ich ihn im kalten Zustand starte, dann geht er ohne Gasgeben sofort wieder aus. Mit gasgeben springt er sofort an und dreht ordentlich hoch.


    Wenn ich ihn einige Minuten mit gasgeben am Laufen halte, dann hält er auch selbst das Standgas. Allerdings geht er dann noch bei heftigem Lastwechsel (spontanes Gas wegnehmen bei ca. 3000 U/min) aus.


    Wenn er betriebswarm ist, dann läuft er einwandfrei und hält auch bei heftigem Lastwechsel das Standgas.


    Eine eigenartige Macke, die ich auch für eine Folge dieses Problems halte, tritt ebenfalls nur im kalten Zustand auf: Wenn ich ganz leicht ans Gas gehe, sodass gerade der Leerlaufschalter deaktiviert wird, hat er ein extremes Pendel drauf. Also die Drehzahl schwankt erheblich von 1600/1700 bis runter auf unter 800 und wieder hoch. Im warmen Zustand tritt das dann nicht mehr auf.



    Die Suche hat mich schon auf die Temperaturgeber gebracht. Es scheint ja so, als würde das STG den Betriebszustand "Kaltstart" nicht erkennen.


    Ich habe den Kühlwassertemperatursensor fürs STG überprüft, der hat bei 20°C ca. 1500 Ohm und sinkt bei erwärmen rapide und spontan ab. Beim abkühlen steigt der Widerstand zügig wieder an. Gleiches Verhalten zeigt der Ansauglufttemperatursensor, jedoch mit einem Ausgangswert von ca. 2500 Ohm. Kabel zu den Gebern habe ich auch durchgemessen, Durchgang da, praktisch kein Widerstand.
    Ich schließe also diese Geber als Ursache aus.


    Falschluft kann ich auch ausschließen, ich habe das gesamte Unterdrucksystem mit Bremsenreiniger geprüft und zusätzlich noch einzelne Unterdruckschläuche von der Ansaugbrücke abgezogen und die Öffnungen verschlossen - keine Veränderung.


    Die Drosselklappe und der Leerlaufsteller wurde auch schon gereinigt und bei der DK die Kanäle für die Unterdruckanschlüsse frei gemacht - Problem besteht weiterhin.


    Leerlaufschalter an der DK funktioniert auch (Durchgang bei DK geschlossen).


    Hat noch jemand nen heißen Tipp?


    Auslesen konnte ich leider noch nicht, mache ich kommende Woche.


    Setup: komplett überholter ABF, neue Kerzen, Z.Kabel, Verteilerkappe, Verteilerfinger

  • So, heute noch etwas rumprobiert und noch ein paar Symptome entdeckt:


    - wenn ich dem Motor ausreichend Falschluft zuführe (z.b. den Schlauch von der DK zum Ventil von der Tankentlüftung/Aktivkohlefilter abziehe), dann läuft er stabil bei ca. 1000 U/min
    - nach ein paar mal Sarten und absterben lassen riecht er stark nach Kraftstoff
    - wiederholt Temperaturgeber mit nem guten Multimeter durchgemessen; Wasser: 1700 OHm bei etwas über 20°C, agile Reaktion auf Temperaturveränderungen, der muss i.o. sein!
    - Kurzschluss an den Gebersteckern habe ich auch ausschließen können


    --> ich schließe daraus, dass er offensichtlich doch den Zustand "Kaltstart" erkennt, jedoch offensichtlich nicht genügend Luft bekommt!


    Jetzt die Fragen:


    Ich bin der Meinung, dass die DK praktisch dicht schließt, wenn ich mich recht entsinne. Kann das jemand bestätigen?


    Der Motor bekommt im Standgas dann die Luft ja auschließlich über den Leerlaufsteller, oder? Wenn dem so wäre, dann müsste das Problem ja doch dort liegen...


    Wie arbeitet der Steller eigentlich genau? Wo hat er seine "Nullstellung" - komplett verschlossen, komplett geöffnet oder ein wenig geöffnet?

  • Funktioniert die Leerlaufzigarre eigentlich? Zündung an, sollte fühlbar vibrieren...


    Eigentlich sollte der ABF auch ohne Zigarre laufen, diese ist eigentlich nur dafür da die eher ruppigen Lastwechsel der Drosselklappe abzudämpfen...


    Unterdruckschlauch zum MSTG ist auch dicht?


    --sj

  • Erfolg!


    Ich habe des Rätsels Lösung gefunden: Es war tatsächlich die Leerlaufzigarre (Leerlaufsteller)!


    Wie bin ich dem Teil, auf die Schliche gekommen:


    Ich habe gestern die Leerlaufzigarre von der Ansaugbrücke demontiert und den Motor mit unverschlossener Stelleröffnung gestartet. Steller war dabei von der Motorelektrik getrennt. Er lief, jedoch mit entsprechend pendelndem und erhöhtem Leerlauf. Ich habe dann die Zigarre angesteckt und langsam die Öffnung in Der Ansaugbrücke mit dem Finger verschlossen, bis die Drehzahl auf deutlich unter 800 U/min gesunken ist. Die Zigarre hat dann zwar wie wild angefangen zu vibrieren und zu summen, jedoch wurde der Regelschieber, der den Luftvolumenstrom regelt, keinen Millimeter bewegt!
    Ich habe das Teil dann über nachrt mit WD40 eingeweicht und heute morgen noch einmal probiert (genau wie oben beschrieben), jedoch hat sich der Schiebner immer noch nicht bewegt. Ich habe dann mal kurz mit einem kleinen Schraubenzieher nachgeholfen und siehe da: Es flutscht wieder!
    Das ganze dann noch mal etwas ausgespült und nachgeschmiert und: Voilá - er läuft wie eine Eins!


    Also Leerlaufsteller einfach mit Bremsenreiniger ausspülen scheint nicht so effizient zu sein, v.a. wenn der Motor ne ganze Weile ausgebaut in der Garage lag (so wie bei mir!).


    Trotz allem Danke für die Tipps!

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